Ihr Einstieg in die Telematik­infrastruktur

Zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) bzw. zum E-Health-Gesetz existieren eine Menge Publikationen und Webseiten, auf denen das Thema ausführlich bedient wird. Weil wir von verschiedenen Seiten mit Fragen zur Telematik­infrastruktur konfrontiert wurden, wollen wir an dieser Stelle einen Überblick geben und einen schnellen, unkomplizierten Start in die Telematik­infrastruktur (kurz TI) ermöglichen und denjenigen, der es selbst (oder sein IT-Dienstleister) in die Hand nehmen möchten, mit einem Gutschein für 190 Euro 99 Euro für ein "Do-it-yourself" TI-Bundle (Kocobox mit Kartenleser) im Koco-Shop ausstatten.

Der Wert des Gutscheins ist durch die CGM mit Wirkung zum 1. Mai 2019 von 190 Euro auf 99 Euro gekürzt worden.

Inhalt dieser Seite:

Was ist die Telematik­infrastruktur

Unter dem recht sperrigen Begriff Telematik­infrastruktur oder der Umschreibung "Telematik im Gesundheitswesen" ist die Vernetzung aller am Gesundheitswesen beteiligten Akteure zu verstehen, sprich Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und die Krankenkassen, um medizinische Informationen schneller und einfacher verfügbar zu machen. Die Kommunikation untereinander geschieht über vorhandene Betriebsnetzwerke und das Internet, jedoch werden an allen Endpunkten (bei allen Akteuren) Geräte installiert, die Daten ausschließlich über einen verschlüsselten Transportweg übermitteln, um zum Beispiel den elektronischen Arztbrief, Telekonsile oder Versichertenstammdaten auszutauschen.

Was wird über die Telematik­infrastruktur abgewickelt

Über die Telematik­infrastruktur wird derzeit lediglich der Abgleich der Versichertenstammdaten vollzogen (Stand: Februar 2019), grundsätzlich sind folgende Nutzungen vorgesehen:

  1. Versicherten­stammdatenmanagement (VSDM)
  2. Medikationsplan
  3. Elektronischer Arztbrief
  4. Notfalldatenspeicherung
  5. Videosprechstunden
  6. Elektronische Patientenakte und elektronisches Patientenfach

E-Health-Gesetz schreibt Teilnahme und Fristen vor

Alle Praxen sind per Gesetz zur Teilnahme verpflichtet (§ 291 Abs. 2b SGB V, E-Health-Gesetz, in Kraft getreten am 29. Dezember 2015, siehe Wikipedia bzw. DIP des dt. Bundestag), kommen sie dem bis zum Stichtag nicht nach, drohen Honorarkürzungen. Aufgrund von fortwährenden Verzögerungen bei der Bereitstellung der notwendigen Technik ist das Datum immer wieder verschoben worden, sodass nach derzeitigem Stand festgehalten werden kann: der Stichtag zur Anbindung ist der 1. Januar 2019. Da dieses Datum bereits verstrichen ist, müssen Sie bis bis spätestens 31. März 2019 alle notwendigen Komponenten bestellen, sowie bis zum 30. Juni angeschlossen sein und das VSDM durchführen, sonst drohen ab dem 1. Juli 2019 Honorarkürzungen von einem Prozent rückwirkend ab 1. Januar 2019.

Krankenkassen übernehmen die Kosten für Erstausstattung und den laufenden Betrieb

Ärzte und Psychotherapeuten müssen Kauf und Einrichtung vorfinanzieren, um den Anschluss an die TI zu erhalten. Da sich der Markt jedoch nicht wie erhofft entwickelte, wurden die Erstattungspauschalen zwischen KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) und GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) neu verhandelt und seit dem 1. Juli 2017 gilt per Gesetz: Kassen erstatten Kosten für Erstausstattung und laufenden Betrieb in voller Höhe, vgl. Veröffentlichung der KBV zur Finanzierung der TI.

Die Auszahlung der Erstattungs- und Betriebskostenpauschale erfolgt durch die Kassenärztlichen Vereinigungen.

Telematik­infrastruktur in meiner Praxis, was wird gefördert

Die Erstattungspauschalen werden abhängig vom Quartal der Inbetriebnahme (genauer dem Tag des ersten VSDM-Abgleichs) und der Praxisgröße gestaffelt und sinken je Quartal um 10 Prozent bis zum Ende 2018, weil man davon ausging, dass mit fortschreitendem Datum die Anzahl an Anbietern für Konnektoren steigt und damit der Preis fällt.

Sie als Praxisbetreiber gehen in Vorleistung und erhalten auf Nachweis folgende Erstattungspauschalen abhängig von Inbetriebnahme und Praxisgröße von den Krankenkassen. Wie viele Geräte Sie tatsächlich einsetzen, ist dabei nicht relevant - die Pauschale erhalten Sie in Abhängigkeit von der Anzahl Ihrer Ärzte bzw. äquivalenten Vollzeitstellen.

Erstattungspauschale abhängig vom Quartal der Inbetriebnahme

Folgende einmalige Förderbeträge wurden für die Erstinstallation in den Praxen festgelegt, ein möglichst früher Einstieg lohnt sich:

Förderungsgegenstand Quartal 1 2018 Quartal 2 2018 Quartal 3 2018 ab Quartal 4 2018
Erstattungspauschale € 2557,- € 2345,- € 2154,- € 1982,-
TI-Startpauschale € 900,- € 900,- € 900,- € 900,-
∑ Förderungen € 3457,- € 3245,- € 3054,- € 2882,-

Die Erstattung der laufenden Kosten / Betriebskosten ist durch die Betriebskostenpauschalen wie folgt geregelt:

Förderungsgegenstand bis Quartal 2 2018 ab Quartal 3 2018
Betriebskostenpauschale € 298,- je Quartal € 248,- je Quartal
Pauschale je SMC-B Karte € 23,25 je Quartal € 23,25 je Quartal
Pauschale je HBA Karte € 11,63 je Quartal € 11,63 je Quartal

Quelle: Praxisinfo der KZBV bzw. Anlage 32 der Vereinbarung zur TI-Finanzierung vom 19. September 2018

Erstattungs­pauschale abhängig von Größe der Praxis

Praxen können abhängig vom Zulassungsumfang aller dort tätigen Ärzte und Psychotherapeuten bis zu drei Kartenterminals (für Praxen mit mehr als sechs Ärzten oder äquivalenten Vollzeitstellen) sowie einen Komplexitätszuschlag erstattet bekommen:

Förderungsgegenstand bis 3 Ärzte 4 bis 6 Ärzte mehr als 6 Ärzte
Erstattungspauschale € 1982,- € 2417,- € 2852,-
Starterpauschale € 900,- € 900,- € 900,-
Komplexitätszuschlag -- € 230,- € 460,-

Werden Haus- bzw. Pflegeheimbesuche geleistet, oder Ärzte in ausgelagerten Praxisräumen tätig, ist ein mobiles Kartenterminal förderfähig. Gleiches gilt für Anästhesisten, die Patienten in anderen Praxen behandeln.

Förderungsgegenstand Eintritt
Stationäres Kartenterminal € 435,- je Gerät
Mobiles Kartenterminal € 350,- je Gerät

Die Erstattungspauschalen werden immer in vollem Umfang nach Installationsquartal und Praxisgröße bezahlt, unabhängig von der real installierten Anzahl der Komponenten.

Welche Vorteile bringt es, wenn ich es selbst einrichte

Eine sehr wohl berechtigte Frage, die uns oft gestellt wurde! Schließlich erhalten Sie Pauschalbeträge von den Krankenkassen, die Einrichtung und Betrieb vollständig abdecken. Gleichzeitig gibt aber genau hier eine Möglichkeit, mit der Selbsteinrichtung bares Geld zu "sparen", denn wenn Sie die Komponenten günstig beziehen und selbst einrichten, bleibt mehr von der Erstattungspauschale bei Ihnen. Unser detailliertes Rechenbeispiel zeigt, dass sich der Selbstanschluss lohnt.

Weitere Gründe, die für eine Selbsteinrichtung sprechen können:

  • Lieferung aller Komponenten binnen 10 Arbeitstagen
  • Keine langen Wartezeiten auf zertifizierte EDV-Dienstleister
  • Sie behalten den Überblick über die Ihre EDV
  • Sie behalten Ihre Unabhängigkeit gegenüber Dritten/EDV-Dienstleistern
  • Sie vermeiden hohe Integrationskosten bei komplexen (standortübergreifenden) Netzwerken

Die Einrichtung ist leicht, wie zahlreiche Anwenderberichte bestätigen, aber selbst wenn Sie mehrere Standorte anbinden müssen, gibt es praktikable Hilfestellungen - Sprechen Sie uns an!

Telematik­infrastruktur in meiner Praxis, was brauche ich

Grundvoraussetzung ist ein zuverlässiger Internetzugang, der nicht schnell, aber frei von Abbrüchen sein muss. Ein gewöhnlicher DSL-Zugang reicht aus, eine reine Funkverbindung per UTMS oder LTE kann zu Verbindungsfehlern führen. Ist eine stabile Verbindung nicht möglich, erlischt die Pflicht zum VDSM in diesem konkreten Fall. Für alle Komponenten der TI gelten hohe Anforderungen an Sicherheit, daher dürfen ausschließlich vom BSI und der Gematik zugelassene Konnektoren und Kartenterminals benutzt werden. Zudem muss der vohandene Router VPN-passthrough-fähig sein, d.h. er muss den ausgehenden VPN-Tunnel, den der Konnektor zur TI aufbaut, zulassen.

Welche Komponenten benötige ich in meiner Praxis

Jede Betriebsstätte und jede Nebenbetriebsstätte braucht

  • einen Konnektor (Kocobox Med+) über den die Praxis an die TI angebunden wird
  • ein oder mehrere Kartenterminals
  • einen Praxisausweis (SMC-B) zur Registrierung und Anmeldung
  • einen Heilbehandlungsausweis (HBA) für den elektronischen Arztbrief
  • einen VPN-Zugangsdienst (Freischaltcode wird mit geliefert)
  • eine Anbindung der Praxissoftware an die Kocobox

Unsere Do-it-yourself-Checkliste umfasst neben diesen Komponenten weitere Punkte, die beachtet werden müssen.

Wo erhalte ich den Praxisausweis und die Kocobox am günstigsten

Folgende Tipps möchten wir Ihnen an die Hand geben: den Praxisausweis (SMB-C) erhalten Sie z.B. bei der Bundesdruckerei zum vergünstigten Preis von € 465,- brutto, für die Ausstellung des Heilbehandlungsausweises / Arztausweis (HBA) konsultieren Sie bitte Ihre zuständige Ärztekammer. Für die Hardware (Kocobox und Kartenterminals) erhalten Sie mit dem Gutschein-Code Q3IU9YALOD weitere 190 Euro 99 Euro Ermäßigung für den Kauf eines "Do-it-yourself" TI-Bundles im offiziellen Koco-Shop unter koco-shop.de.

Wer richtet die Kocobox und die Kartenterminals ein

Eines vorweg: Sie dürfen die Ersteinrichtung selbst übernehmen, so erlauben es die Finanzierungsvereinbarungen für Ärzte (§ 4, Abs. 2). Damit sind Sie als Vertragspraxis selbst für die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit verantwortlich. Nutzen Sie zur Orientierung auch gerne unsere Checkliste zur TI. Wenn Sie sich unsicher sind, oder Hilfe benötigen, kommen Sie gerne auf uns zu. Wir koordinieren die Installation mit Ihrem EDV-Dienstleister und Softwareanbieter und führen die Installation vor Ort durch.

Wer stellt die Verbindung zu meinem Praxis­verwaltungs­system her

Auch diese Aufgabe dürfen Sie selbst erledigen, bzw. Ihr Administrator oder Ihr Systemhaus bzw. Softwareanbieter.

Hilfe bei der Einrichtung der TI-Komponenten

Wenn Sie bei der Installation auf Schwierigkeiten stoßen oder Sie Fragen zur Realisierung im Vorfeld haben, sprechen Sie uns gerne an. Auch Besonderheiten bei größeren Installationen mit mehreren Standorten oder Gemeinschaftspraxen sind für uns kein Fremdwort.

Dieser Leitfaden ist nach unseren eigenen Erfahrungen entstanden und soll Ihnen bei der Einführung dienen. Melden Sie sich gerne, wenn Sie trotz Kostendisziplin nicht alles allein machen wollen, telefonisch (02561 98661) oder per Mail (telematik.solutions@ghs-systeme.de) bei uns.

Wir freuen uns, Ihnen helfen zu können!


Über diese Seite

Dieses Webangebot richtet sich sowohl an Ärzte und Psychotherapeuten, die sich über die Telematik­infrastruktur informieren und die Ersteinrichtung selbst (DIY) oder durch ihren EDV-Dienstleister durchführen lassen wollen genauso, wie an Systemhäuser, die die Integration für ihre Klienten durchführen.

Spezialisiert auf die Telematik im Gesundheitswesen stellt sich die Telematik Solutions vor, als Business-Unit der GHS-Systeme UG (gegründet als GHS-Systeme GbR im Jahre 1988), einem EDV-Dienstleister spezialisiert auf Zahnärzte und Kieferorthopäden. Telematik Solutions ist entstanden, nachdem viele unserer Kunden uns baten, die Einführung der TI zu begleiten und die Installation durchzuführen. Vor diesem Hintergrund sind wir Vertriebspartner der CompuGroup Medical Deutschland AG geworden und partizipieren beim Kauf der Kocobox im von der CGM geführten Koco-Shop, wenn Sie unseren Gutschein-Code Q3IU9YALOD einsetzen.